Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
128
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wir nur auf die festen Körper unsre Aufmerksamkeit, aber auch beiflüssigen Körpern findet ein Zustand des Gleichgewichts und derBewegung statt, und cs scheint hier schwerer die Gesetze des Gleich-gewichts und der Bewegung zu bestimmen, da jedes Theilchcn desFlüssigen ganz unabhängig von dem andern scheint, statt daß beifesten Körpern nur die Bewegung einiger weniger Puncte be-stimmt zu werden brauchte, und damit die Bewegung aller üb-rigen zugleich gegeben war. Jndeß auch hier bieten sich unseinfache Gesetze, wenigstens für eine zahlreiche Menge von Erschei-nungen, dar.

Gleichförmige Verbreitung des Druckes in flüssigenKörpern.

Die flüssigen Körper haben alle die Eigenschaft, daß ihreTheilchen jeder Einwirkung leicht folgend, ihre Lage gegen einanderbei der geringsten Veranlassung andern, und deshalb, wenn irgendeine Kraft auf sie wirkt, zerfließen, wenn sie nicht in ein Gefäßeingeschlossen sind. Da wo ein Gefäß dieses Zerfließen hindert,zeigen sie uns eine andre Eigenschaft, wodurch sie sich auffallendvon den festen Körpern unterscheiden, nämlich die Eigenschaft dernach allen Seiten gleichförmigen Verbreitung des Druckes. Wennein fester Körper von einer Kraft nach der Richtung 8^. ge-drückt wird (Lig. 73.), so bedarf es nur eines festen Bodens 611,gegen welchen senkrecht der Druck gerichtet ist, um ihn ganz inRuhe zu erhalten; wäre der Körper ganz in ein Gefäß LI'Olkeingeschlossen, das ihn dicht anschließend umgäbe, so würde diesesan den Wänden LL, 6H gar keinen Druck leiden, sondernbloß der Boden L6 würde eine hinreichende Festigkeit habenmüssen, um nicht auszuweichen. Ist dagegen das rund um ge-schlossene Gefäß LL6H mit Wasser gefüllt, und wird auf diesesWasser vermittelst eines in der Röhre beweglichen Kolbensein Druck ausgeübt, der nach 8L, gegen den Boden L6, ge-richtet ist, so hat das Wasser dadurch nicht allein ein Bestrebengegen den Boden zu, sondern wenn bei k oder selbst bei A eineOeffnung wäre, so würde auch da! das Wasser hervordringcn,also selbst an den Stellen, wo ein fester Körper gar keinen Druckauf die Wände, vermöge des auf ihn ausgeübten Druckes, zeigen