Druckschrift 
1 (1830)
Entstehung
Seite
109
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genaue Schwingungszcit zu finden, noch nicht erwähnt habe, somag davon jetzt zuerst die Nede sein. Und hier klingt cs freilich imersten Augenblicke unglaublich, wenn man sagt, daß bei Besse l'sVersuchen jede einzelne Beobachtungsrcihc die Schwingungszeit sei-nes Pendels selten um ein ganzes Hundcrttausendtcl einer Secundeunsicher ließ. Aber dieses Unglaubliche wird schon etwas naher indie Grenze des uns Begreiflichen gebracht, wenn wir überlegen, daßsein Pendel 4000 bis 0000 einzelne Schwingungen ungestört hintereinander vollendete, daß also der Zeitraum zwischen der ersten undletzten Schwingung bis auf 1 Sec. genau beobachtet, schon die Zeitjeder einzelnen Schwingung bis auf^'o^ oder Secunde genaugeben würde, und daß diese Genauigkeit noch in hohem Grade zu-nahm, weil sich in dieser langen Reihe von Schwingungen eine Mengeeinzelner Bestimmungen, für die ersten 500, für die zweiten 500 undso ferner darboten. Aber auch in der Art, wie die Beobachtungangcstellt ward, lag das Mittel zu Erreichung einer so großen Ge-nauigkeit. Die Methode der Beobachtung der Eoincidenzen bestehtbei den Pendeln darin, daß man zwei Pendel, die keinen genaugleichen Zeitraum zu ihren Schwingungen brauchen, beim Zusam-mentreffen ihrer Schlage beobachtet, und hiezu machte Besselfolgende Einrichtung. Es ward eine genau gehende Uhr vor demzu beobachtenden Hauptpendel ausgestellt, jedoch entfernt genug, da-mit nicht etwa die Schlage der Uhr auf jenes Pendel störend ein-wirken könnten. An dem Pendel der Uhr befand sich ein kleinesLoch, durch welches man, bei der tiefsten Lage des Pendels, auf dieweiß gelassene Mitte der Scale sah, die sich hinter dem zu beobach-tenden Hauptpendel befand; aber dieses Weiß wurde, wenn das zubeobachtende Pendel entweder ruhete oder auch bei der Bewegungseinen tiefsten Punct erreichte, von einem an demselben befestigtenschwarzen Eylinder bedeckt, und wenn beide Pendel in Schwingungwaren, so sah das durch ein Fernrohr auf jenes Weiß gerichteteAuge, beim Eintreffen des Uhrpendcls im tiefsten Puncte, durch dasLoch desselben, in den meisten Fallen jenes Weiß, und nur dann,wenn beide Pendel zugleich ihre tiefste Stellung erreichten, war dasWeiß durch den schwarzen Eylinder des Hauptpcndels verdeckt, unddadurch waren die Eoincidenzen merklich gemacht. Diese Coinci-denzen erfolgen nicht ganz genau in immer gleichen Zwischenräumen,