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Memoire über die Gefangenschaft der Frau Herzogin von Berry
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spiegelte sich schon in ihrer Sprache und ihren Redens-arten. Sic entlehnten ihre Metaphern dem Unflat ehr-loser Dirnen. Haben die Schwächen HeinrichsIV. „nd Ludwigs XIV. die Väter und Gatten auden Galgen geschickt, nachdem sie die Tochter und Gat-tinnen entehrt hatten? Machten die Blutbäder dieSchamlosigkeit einer Revolution keuscher, als die Milch-bädcr im Stande waren, den Schmutz einer Popäa biszur Jungfrauschaft zu reinigen? Wenn die Nobespierre-schcn Nachäffer dem Pariser Volk das Blut der Bad-wannen Marat's in kleinen Portionen verkauften,wie die Sklaven des Nero den Einwohnern Roms dieMilch aus den Badern seiner Mätresse verhandelten,läßt sich dann glauben, daß sich noch einige Tugend indem Spühlwasser der schmutzigen Henkersknechte derSchreckenszeit gefunden habe?

Die hochherzige und verbannte Frau, die statt einesQelzweiges, den ihre Hand uns bot, Ketten erhaltenhat, — ist sie nicht als eine junge Witwe gemalt wor-den, die in golddurchwirktcm Rock cinherhüpfte, alsihr Sohn noch nicht dem Lichte lächelte oder vielmehrweinte? Ich habe diese vergoldeten Kleider gesehen; ichkann versichern, sie waren Trauerkleidcr, und kanntenPomp und Festlichkeiten nicht. Das Kind im Mutter-leibe ist nur durch Thräncnklang cingelnllt worden.