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Memoire über die Gefangenschaft der Frau Herzogin von Berry
Entstehung
Seite
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cs wäre möglich, daß Gott in seiner Erbarimmg vomFrieden des Himmels herab jene riefe, die ans der Erdenichts als Jammer und Wehklagen gefunden batte;ich wurde mir sagen : man hat das Loos des Waisen-kindes im Tempel nicht vergessen. Wenn ein so großespersönliches Interesse sich an die Lebenstage einer Prin-zessin knüpft, wenn Schande und eine so natürlicheFeindseligkeit aus einer Gefangenschaft entstehen, dieihrem Urheber eine schrankenlose Ehrsucht vorwirft , sokann der böse Leumund aus diesem Zusammenfluß vonUmständen Schrecken erregend hervorgehen; die Lügekann in der Geschichte den Charakter der Wahrheitannchmcn.

Je mehr man die Leiden der Gefangenen verdop-peln würde, desto mehr würde man sich vor Ehren-männern argwöhnischem Verdachte aussetzcn. Madameist aus der freie» Einsamkeit der Wälder in die sklavi-sche Einsamkeit der Gefängnisse gewandert. Beraubtder befreundeten Journale, ist sie die einzige, die ihrenglänzenden Ruf, welcher der Trost edler Gcmüthcr ist,nicht kennt; sic weiß nicht das allgemeine Interesse,das sie einflößk, und wie sie gebieterischer im Schlossevon Blaye herrscht, als im Schlosse der Tuilcrie».

Ich bezweifle nicht einen Augenblick die trügerischenRücksichten, deren Gegenstand Madame scvn mag. Sie

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