Druckschrift 
Über den gefürchteten Kometen des gegenwärtigen Jahres 1832 und über Kometen überhaupt
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

147

eine Seite seyn muß, bekannt sind, so kann man auS ihnen,entweder durch Zeichnung oder, was genauer ist, durch Rech-nung die drei übrigen Dinge, d. h. das ganze Dreieck, oder auch,wie man sagt, man kann die Auslösung des Dreieckes finden.

Allein unsere Beobachtungen, die wir an den Kometenmachen, sind der Art, daß sie uns in jedem der beiden genann-ten Dreiecke nur einen Winkel, nämlich den Winkel ander Erde, und nur eine Seite, nämlich die Distanz 8D derSonne von der Erde geben. Es fehlt uns also noch einWinkel, oder auch eine Seite dieser Dreiecke. Wäre uns z. B.der Winkel 8 an der Sonne, oder auch die Seite lk Ib derEntfernung der Erde von dem Kometen bekannt, so würdees sehr leicht seyn, diese beiden Dreiecke vollständig aufzulösen,und dann hätte die weirere Bestimmung der Bahn des Kome-ten keine besondere Schwierigkeit mehr.

Wie soll man aber zu der Kenntniß dieses zweiten Win-kels oder dieser zweiten Seite gelangen? Die Antwortauf diese Frage hat die größten Geometer seit Newton'sZeiten beschäftiget. DaS Resultat ihrer Bemühungen ist,daß eine direkte Auflösung dieser Aufgabe für unsereKräfte eigentlich unmöglich ist. Zwar lassen sich die analyti-schen Ausdrücke, in welchen die eigentliche Auflösung diesesProblemes enthalten ist, ohne besondere Mühe anfstellen;aber sie sind so weitläufig und so verwickelt, daß zu ihrergenauen Berechnung auch die Geduld des unermüdlichstenRechners nicht hinreichen würde.

Man mußte daher diesen direkten oder geraden Weg ver-lassen, und versuchen, ob man nicht durch Umwege sichdem gewünschten Ziele nähern könne, durch Versuche, inwelchen man z. B. eine von den unbekannten Seiten ll'b will-kürlich, also wohl ohne Zweifel fehlerhaft annimmt, und dannmit dieser Annahme weiter rechnet, bis man 'ans Erscheinun-gen stößt, die sich mit den Beobachtungen nicht mehr ver-tragen, und die uns daher zu einer andern Annahme von

io