Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
301
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an dcr Brust dcs erbarmenden, des treuen Gottesvergossen. Also hörst dn? Sollte cs demSatan einmal wieder gelingen, zu irgend einer Un<treue dich zu verleiten, so laß das Pricstcrschildlcinauf der Brust dcs Herrn Jesu ruhen. Dahin gehörtcs; nicht ans die deine. Dein Urim und Tummimbleibe bei deinem heiligen Manne.

Keine Klagen verlauten häufiger unter denGläubigen, als Klagen über das armselige Stück-werk ihres Bctcns, Löbens, Dankens. Daran knüpftsich denn natürlich, zugleich die pcinvolle Bcsorgniß,als könne ihr Gestammel unmöglich durch die Wol-ken dringen, und Erhörnng finden. O ihr Thörich-ten, daß ihr so lüstern seyd, das pricsterlichc Urimund Tummim auf der eigenen Brust zu tragen!Ihr meint also, dem Ewigen selbst das Rauchwcrkdarbringen zu müssen, das Ihm gefalle, und denkt,ihr müßtet euch Ihm selbst durch gesalbte Anspra-chen zu einer gnädigen Erhörnng empfehlen? Wie,kennt ihr denn den großen Fürbitter nicht, dcr Tagund Nacht vor Gott steht, um die armen und ver-stümmelten Gebete dcr Scinigcn, die von dcr Erdecmporstcigcn, in Empfang zu nehmen, und sie,durch Seine Fürsprache ergänzt, vor den Vater zubringen? Und wisset ihr nicht, daß Christi Blut,Christi Leiden und Sterben, Christi Gehorsam undGerechtigkeit, daß die ganze Summe Seiner un-endlich köstlichen Verdienste mit euch betet? Obedenke doch, mein miterkaustcr Bruder, wenn du