Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
166
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Leute schleifen? Da setzt inan voraus: wo von Ver-folgungen nicht gehört werde, da könnten auch keineentschiedene Christen wohnen. Freilich, "Ich bin nichtgekommen, Friede zu senden, sondern das Schwert!"sagt der Herr; und das ist die allgemeine Regel.Aber nichtsdestoweniger kann cs Christen geben, die,ohne daß cs ans Furcht geschieht, einen so stil-len, cingckehrtcn und sachten Gang gehen, daß sieden Kindern der Welt nicht einmal als Anbeter desLammes offenbar werden, und wenn der Herr ;nLaban sagt: "Du sollst mit Jacob nicht anders re-den, denn freundlich!" wird Laban anders kön-nen? Da nimmt man an: in gewissen Verhältnissen,Ständen und Gesellschaften, z. B. an einem ungläu-bigen, weltlich-gesinnten Hofe, da könne kein KindGottes sich befinden; aber sehen wir nicht an demBeispiel eines Josephs, eines Obadja's, eines Da-niel, daß das sehr wohl geschehen könne? UndObadja scheint sogar das Vertrauen und die Liebedes schlechtesten aller Menschen, eines Ahab, beses-sen zu haben. Ta bcurthcilt man ferner nicht seltenden Zustand dcö Reiches Gottes nach de» Ver-sammlungen, die in einem Orte gehalten werden,oder nicht gehalten, und nach der Zahl derjenigen,welche dieselben besuchen; aber wird dieses Urtheilimmer richtig scyn? Ware cs nicht möglich, daß ineinem Orte, wo auch keine Zusammenkünfte gehaltenwerden, dennoch manche liebe Kinder Gottes vorhan-den wären, die nur durch Furcht und Scheu und