Gottes-Nähe spürt sein Gcmüthc nichts. Die Grund-empfindnng seines Herzens ist Angst, Bestürzung,Grausen. — '/Das Feuer ging vor dein Herrnher, allein der Herr war nicht im Feuer.«
Das Feuer erlischt, die lodernden Flammcnwo-gen haben ausgetobt. Da legt sich's allgemach, wiefeierliche Tcmpclstille, über die Natur, und es ge-winnt den Anschein, als lagen Himmel und Erde,Berge und Gethale in schweigender Huldigung derewigen Majestät zu Füßen. Selbst die Felsen um-her scheinen betend; betend der Hochwald mit seinenschweigenden Wipfeln. Kaum regt ein Blättlern mehram Baume sich, das Firmament ist wieder unbe-wölkt und klar, und die Sterne Gottes schauenhell und friedlich aus ihrer stillen Höhe nieder. —Und siehe, ein «lindes, sanftes Sausen,«oder «die Stimme eines zarten Flüsternö« senkt sichherab auf Horebs Gipfel, schwebt um die Terebin-thcn wundersam und selig, und dann hinein zurFelskluft des Propheten. Der Herr ist da! Eliasfühlt's. O süße Gnaden-Nahheit! — Das angst-crstarrte Herz zerschmilzt, wie Eis im Sonncnblickdes Frühlings. Die Bande der Beklemmung sindgelöst, die Brust erweitert, der Athcm wieder frei.Ern wonnevoller Schauer bemächtigt sich seiner Seele.Er schlägt den Mantel um sein Haupt, verhüllt seinAntlitz, und ehrfurchtsvoll, bewegt und scliglich ge-beugt tritt er in die Thür der Höhle — dem HerrnEntgegen.