Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

101

leidet, sagt er, so leiden alle Glieder mit; so einGlied wird herrlich gehalten, so freuen sich alleGlieder mit. An andern Orten führt er dieses Bildnoch weiter aus, und nennt die Vereinigung, die erunter demselben uns zu veranschaulichen sucht, selbst ein Gehcimniß.

Wem nun dieses Gehcimniß sich erschließt, derfindet einen reichen, köstlichen Schatz auf seinemGrunde. Daß wir Alle, so viele unsrer glauben,ein Leib sind, o das ist eine der trostreichsten, eineder erquicklichsten Wahrheiten des ganzen Evange-liums. Aber in wiefern denn? fragt ihr. Ichwill es euch in der Kürze andcuten. Man hörteuch wohl zu Zeiten klagen:ja, daß mich Gott zusich gezogen hat, das kann ich mir freilich nichtverhehlen; aber dies und jenes Trostwort, die unddie göttliche Verheißung wage ich mir darum dochnicht zuzueigncn. Die mag dem und dem gegeben-seyn, aber mir nicht." Das sind thörichte Ge-danken, meine Lieben. Ihr meint, jeder Christ stehefür sich vereinzelt da, und cs könne der eine etwasbesitzen, woran der andere keinen Tbeil habe. Ihrirret. Nack, der Schrift ist jeder Christ der unab-trennbare Theil eines Ganzen, und die Sache ver-hält sich nicht so, als wäre diese Verheißung die-sem, und jene einem andern gegeben; sondern alleVerheißungen und Zusagen sind gegeben einem Einzi-gen, nämlich dem geistlichen Leibe Christi, und dazugehören die schwächsten Glieder eben sowohl, als die