Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
58
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Genuß währt einen Moment. Ein Wetterleuch-ten zuckt durch unsere Nacht, nicht der ersehnteSchein eines bleibenden Tages. Man kann nichthalten, was man greift. Das Licht will nichtHerbergen. Es durchblitzt die Finstcriiiß, aber csbannt sie nicht. Nur schwärzer dünkt unscrm Ge-fühle die Nacht durch den momentanen Gegensatz, und nachdem wir kaum das Haupt erhoben, sin-ken wir wieder zurück, und die Noth ist die alte.Doch war cs nicht umsonst, dieses augenblicklicheKosten. Verborgene Kräfte blieben in der Seelezurück, und lägen sic auch nur in dem ncugcfrisch-ten Gedanken, daß Der, der einen Blitz des Trostesgeben könne in solchem Jammer, auch vermögendsey, jeden Augenblick den vollen Tag des Friedensin's arme Herz zurückzusenden.

Ter schlafende Elias erinnert uns nicht minderan so manche derjenigen unserer lieben Zuhörer, dieüberhaupt noch schlafen nach dem Geist, und mitdenen cs zu einer gründlichen Erweckung noch niegekommen ist. Sie essen, sie trinken, sie hören desGuten viel, sic versäumen keine Predigt, lernen denCatcchismus und lesen die Bibel, nur daß leider!Alles bei ihnen verloren scheint, und nicht die ge-ringste Frucht des Lebens zu Tage tritt. Znleichten Rührungen und momentanen Aufregungenmag cs je zuweilen kommen. Aber das ist's dennanch. Schnell sinken sie wieder in den Todesschlafzurück und bleibt Alles beim Alten. Doch wolle