Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
57
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ging ihm ähnlicher Weise, wie Magdalenen einstam offenen Grabe, der mit Engeln nicht gedientwar, nachdem sie ihren Herrn verloren hatte, undauf deren Gcmüth und innerliche Stimmung derAnblick jener leuchtenden Gestalten keinen größer»Einfluß äußerte, als wenn einer ihrer Diener oderihrer Mägde eine ans dem Grabe sie gefragt hätte,warum sie weine. Was konnte nnserm Prophetenan Brod und Wasser liegen, und an der Bedienungvieler tausend Seraphinen? So etwas erfuhrauch ein Jsmacl, der doch verworfen ward.Elias suchte nicht Wasser, Brod und Engel, son-dern seinen Gott, von dem er sich verlassen glaubte,und so lange er dessen Herz und Hand sich nichtwieder zugewendet wußte, war er stumpf, verschlos-sen und unempfänglich für Alles.

Indem wir den Propheten unter seinem Wach-holderstrauche essen und trinken sehen, und sehen ihn,ohne daß er eine sonderliche Kräftigung verspürte,gleich darauf wieder matt und erschöpft zurücksinken,so werden wir auch durch diesen Umstand wiederan mancherlei Stände und Erfahrungen des inner-lichen Lebens erinnert. Geht cs einem doch auchnicht stltcn so in den Wüsten und Einöden derGlaubensvcrdnnkeluug und der geistlichen Anfech-tungen, daß man das Wort des Trostes wohl ver-nimmt, beißt auch augenblicklich an und tbut einenhastigen Trunk ans den Lebenswassern der Vcrheis-snng; aber cs ist nur ein flüchtiges Kosten. Ter