— 20Y —
Wie aber das anfangen? — Nun, der weiseKönig weiß sich zu helfen. Er fordert einSchwert, und wie das Schwert vor den Kö-nig gebracht war, spricht er: Theilet das Kind,welches lebt, in zwei Theile, und gebet die-ser die eine Hälfte, jener die andere. Daschrie das Weib, deren Sohn lebete (denn ihrmütterlich Herz entbrannte über ihrem Sohne)»ach mein Herr, gebet ihr das Kind lebendigund tödtet es nicht.« Jene aber: »es scy we-der dein noch mein, lasse es thcilen!« Wie nunder König aus diesen Aeussernngcu der beidenWeiber heraus den Streit schlichtete und denHandel entschied, ist euch bekannt. — 1 Kön.3, 2) u. f.
Warum ich euch an diese Geschichte erinnere?Um euch zu sagen, daß es noch ein anderesMutterherz gebe, das gerade so denkt, wie dierechte Mutter in jener Geschichte. Ich meinedas Muttcrhcrz, das da spricht: »ich will euchtrösten, wie einen feine Mutter tröstet« und wie-derum: »kann auch ein Weib ihres Kindleinsvergessen, daß sie sich nicht erbarme über denSohn ihres Leibes, und ob sie dassclbige ver-gäße « doch ihr wißt, wie das süße Wort
weiter heißet. — Nun, dieses Muttcrhcrz, dadroben, der lebendige Gott, will auch nichts
18