— 203 —
prnnklos er einhcrschritt, stieg allmälig so hochunter den Leuten, daß sie ihn wie einen Engelund Schutzgeist verehrten, und die Gegend, woSevcrinns sich aufhielt, vor jeglichem Unheilgesichert glaubten. Nun geschah cd eines Ta-ges, daß nach der Stadt Lorch die Nachrichtkam, ein kriegerischer Fürst sey auf dem Wege,um sie mit Feuer und Schwerd zu überziehen.Diese Nachricht versetzte Alles in Angst nndSchrecken. Man lief zusammen, man bericthsich, was zu thun sey, und siehe da, die all-gemeine Meinung ging dahin, der wunderbareManu in der Wüste, der fromme Eremit, dermüsse zu Rath gezogen, ja gebeten werden,daß er dem heranziehenden Heere begegne, undes von der Grenze zurücke halte. Gesagt, gc-than. Scverinus wird aufgesucht, uud gicbtden Bitten der Leute nach. Es war Abend;er aber macht sich eilends auf, mit seinem Gott,läuft die ganze Nacht durch, und früh Mor-gens, fünf Meilen von der Stadt, begegnet erdem anrückenden Geschwader. Ehrerbietig, aberungcscheut, tritt er vor den Konig hin, grüßtihn: »Friede sey mit euch, bester König,« kün-digt sich ihm au als einen Gesandten Christi,und tragt ihm einfach und freimüthig sein An-liegen vor. Der König hört ihm ruhig zu,