Wir sind berufen, meine Bruder, ein Salzder Erde zu seyn, wie durch Wandel, so durchZeugniß, Wort und Bekenutniß. Ein Salzin der Fäulniß des Geschlechtes dieser Zeit, einJeglicher in seinem Kreise, ihr gläubigen Vaterunter cuern Kindern, ihr Herren unter cucrnKnechten, ihr Meister unter eucrn Gesellen,ihr Freunde in eurer Freundschaft. Wir sindaus der Erde gegraben, wir sind in den Sied-kcssel der Buße geworfen, wir sind durchs Feuerbereitet und im Gradirhause Gottes durch dieDornen gelassen, daß wir erst selbst zumSalze würden. Nun sollen wir die Brüdersalzen. Salz aber beißet in die Augen; gesal-zen werden thut weh, und geht ohne Geschrei,Widerstreben und Zuckungen von Seiten derer,unter welchen wir ein Salz sind, nicht ab. SoAlles ganz still bleibt, und ganz in der altengewohnten Ruhe und Behaglichkeit unter denUnbekchrtcn, unter welchen wir leben, so ist dasein übel Zeichen, und wir haben wohl Ursache,zu forschen, ob nicht am Ende das Salz, dasda salzen soll, dumm geworden ist, und seinenfeinen Geschmack und seine pikante Schärfeverloren habe. So es aber um uns her zurauschen und sich zu regen anhebt und zu rumo-ren, sep es nun, daß man begierig frage: »Liebe
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