Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
99
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Er muß scheu, was es mit dieser Frau süreine Bcwaudtuiß habe. »He, ruft er ihr zu,liebe Frau, holt mir doch ein wenig Wassersim Gefäß, daß ich trinke, ich bin durstig vonder Reise.« Das Weib sieht den Fremdling an,läßt dann ihr Holz im Busche liegen, und eiltungesäumt nach der Stadt, um ihm zu holen.Elias stutzt; diese Dienstfcrtigkcit des heidnischenWeibes überrascht ihn auf eine sehr erfreulicheWeise, und fast mochte er schwören: »es ist dieWittwc.« Er glaubt getrost schon mehr vonihr fordern zu können. »Sage, ruft er ihrnach, bringe mir auch einen Bissen Brods mit.«Aber dies Wort riß dem armen Weibe alleWunden auf, mit denen sie sich heimlich herumtrug, denn es erinnerte sie an ihre Lage. Dasbeklommene schwere Herz thut sich auf, sie kanndie Klage nicht langer zurückhalten, sie muß demFremdling ihre ganze Roth in den Busen schüt-ten: » So wahr der Herr, dein Gott, lebet,spricht sie mit nassen Augen, ich habe nichtsGebackenes, ohne eine Hand voll Mehl imTopf, und ein wenig Ocl im Krüglein. Undsiehe, ich habe ein paar Stücke Holz aufgelesen,und gehe hinein, und will mir und meinemSohne zu richten, daß wir essen und sterben.«Ach Gott, wie klingt das so armlich, so herz-

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