Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

55

Haidekraut und den Wachholdcrbüschcn brütetder Strauß, und Niemand stört seine Ruhe.Kein Weg ist zu entdecken, keine menschlicheFußspur, alles verlassen, einsam und öde.Schreiten wir hindurch, naher zum Jordanhin. Dort hinüber jetzt den Weg genommen,wo die nackten Felsen in die Höhe starren, unddie Waldungen so dnnkcl stehen. Hinein dnrchdieses Dickicht nun, und jetzt durch diesen en-gen Paß, und nun hinunter in die buschichteSchlucht, wo der Bach rauscht und sich dnrchdie engen Felsen-Ufer zwingt. Ach seht, dasitzt der Gottcsmann; hier ist sein Haus. Derblaue Himmel sein Dach, die kahlen Felsen sei-ne Wände, das Gestein seine Bank, der schat-tige Wald sein Schlafgemach, das grüne Grassein Bett, und seine Gesellschaft der rauschendeBach, und die krächzenden Raben über ihm inden Bäumen. Da sitzt er, in seinem härncmGewände, stumm und in sich gekehrt, und sooft die Einsamkeit ihn drücken, oder das Ge-zisch der Nattern in der Nahe, daS Gebrüllder Löwen aus der Ferne ihn schrecken will,sagt er sichs wieder vor: »Ich sitze hier durchGott, und Gottes Fuß geht auch durch dieseKlüfte» und ist getrost jedoch in Hoffnung unddnrch den Glauben. Ein ganzes Jahr hindurch