VII
Jerusalem nicht überall die Kerzen in glei-cher Helle brennen, und daß es auch unterdem Israel Gottes an Seelen nicht sehlt,die, bei allem Bcdürfniß für das Sonnen-licht aus der Höhe, doch in mancher Rück-sicht noch den Unglauben der glaubenslosenZeit, in welche ihre Geburt und Erziehungfiel, theoretisch theilen, die noch unter einerstarken Decke mannigfaltiger mit der Mutter-milch eingesogener Vorurtheile einher gehen,und namentlich im Blicke auf so manchenAbschnitt des alten Testamentes vieler beun-ruhigenden Zweifel beim besten Willen sichnicht erwehren können. Denen bietet sienun recht als eine Gehülfin ihrer Freudedie dienstwillige Hand, fucht das Mißver-standene ihnen in das rechte Licht zu stellen,enthüllt ihnen, so weit ihr Licht reicht, inmancher befremdenden Thatsache, das Got-teswürdige, weiset ihnen den Zusammenhangnach, in welchem das Einzelne und Beson-dere mit dem Ganzen der göttlichen Oekono-mie stehe, löset ihnen die scheinbaren Wider-sprüche, deutet die Bilder und Rathsel, för-dert aus der Tiefe des scheinbar Sterilendie verborgenen Schatze zu Tage, und räumt