348 Neunzehnter Abschnitt.
aber aus Neuen erhalten sie ihn wenigstensjetzt nicht mehr. Inzwischen hat die An-zahl der Pfeiffenfabriken zu Gouda in neu-ern Zeiten sehr abgenommen. Da ehemalsmehr als 520 gewesen sind, so fand ich imJahre 1761 daselbst nur noch 300, und jetztsind ihrer nur rZo. Eine Fabrikc soll höch-stens 62 bis 72 Menschen beschäftigen; aberdie meisten, welche ich besehn habe, hattennur 18 Männer und 24 Weiber. Uns ma-chen die einheimischen Pfeiffen die Holländi-schen entbehrlich.
z. Man hat mir versichert, daß jährlich einegrosse Menge Pfeiffen aus Großallmerodenach Holland verschickt, daselbst mit Ter-pentinöl)! angestrichen, noch einmal gebrant,und alsdann für doppelten Preis wieder inLeutschland für Holländische Pfeiffen ver-kauft würden. Aber gewisser ist, daß in Al-merode viele Pfeiffen mit dem Braunschwei-gischen Pferde gezeichnet werden, um beyuns verkauft werden zu können.
§- 2 .
Der Thon wird zu Walzern oder Mel-kern, von der Länge der Pfeiffe gerostet, miteinem Drate durchbohret, mit demselben indie mit Leinöhl benähte messingene Forme ge-druckt, mit dieser zwischen eine Schraubeoder Presse gebracht, worauf der Kopf mitdem Stopfer gebildet wird. Die Pfeiffenwerden vom überflüssigen Thone mit einemHaken und Messer gesäubert, etwas abge-
trockr