i. Lohgerber-ey. §. l s. 291
I. Das ächte orientalische Chagrin, welchesdie Türken Sagri, und die Perser Sagrenennen, wird nicht, wie man gemeiniglichsagt, nur aus den Hauten wilder Esel, son-dern auch und zwar meistens aus Pfer-dchäuten gemacht. Es dient aber dazunur das hinterste Rückenstück der Pferde-haut, welches gleich über dem Schwanz fastin halbmondförmiger Gestalt, etwa Rus-
sische Ellen nach der Quere über die Hüftenlang, und auf eine Elle nach der Länge desRückens breit, ausgeschnitten wird. Diese Stü-cke werden mit den Samen eines Lkenopoäii,und nicht, wie man gemeiniglich glaubt, mitSenfkörnern, bestreuet, alsdann gepresset.Nachher werden sie auf dem Schabebaumabgestoßen, da denn das Messer nur diejeni-gen Theilchen wegnimt, die die Samen nichtnieder gedruckt haben. Eben diese vorhernieder gedruckten Stellen geben sich, wenndie Haute in der Lohe getrieben wer-den, in die Höhe, und machen die erha-benen Knötchen aus. Chagrin von vorzüg-licher Güte wird zu Ismail in der Moldaugemacht. Die vollständige Beschreibung die-ser Kunst, so wie sie in Astrachan von dendortigen Tataren und einigen Armeniern,getrieben wird, findet man in meinenträgen zur Oekonomie, Technologie u.s. w. H L>. 222.
S- Von diesem Chagrin sind diejenigen zuge-richteten Fischhäute ganz verschieden, welcheunter demselbigen Namen zu Ueberzügen oderFutteralen angewendet werden. Die bishergeheim gehaltene Zubereitung habe ich in derwaarenkunde I. S. 201 beschrieben.
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