Tobacksplnnerey. §. 2.
r. Die Hauptabsicht des so qcn^iiten Saucireiioder Veitzen ist, wenn ich nicht bey einer sogeheim gehaltenen Sache irre, einen gewissenGrad der Gährung zu erregen, wodurch dieBestandtheile des Tobacks entwickelt, und zumTheil flüchtig, auch die ganzen Blatter ge-schmeidig und biegsam gemacht werden. Siedarf also nicht bis zur sauren Gahrung getrie-ben werden, weil der Toback dadurch Geruch,Geschmack und die Fähigkeit sich angebrant,almälig ohne Flamme zu verzehren, verlieh-rcn würde. Hieraus ist begreiflich, warum beyallen mir bekant gewordenen Saucen, auchselbst bey denen, die ganz widersinnig zusam-mengesetzt sind, zuckerhafte Safte, als Syrupoder Kaffonadc, süsse Weine, auch wohl Taf-te süffer Früchte, z. B. der Pflaumen, Him-beeren, Lackritzen, genommen werden- Ausserdem werden vornehmlich flüchtige Salze, vor-züglich Salmiak mit Potasche vermengt, ein-gemischt, ungleichen solche Sachen, welche diebeliebte Farbe bewürken helfen. Im Anfangedieses Jahrhunderts soll ein Jude in Holland,weil er zuerst Cascarille zur Beitze gebraucht,grosse Reichthümer erhalten haben. Bolon-garo in Frankfurt soll in weniger als 50 Jah-ren durch seine Beitze Millionen gewonnenhaben.
2. Das Änslesen der Blätter ist wenigstenseben so wichtig, als das Sauciren. Denndurch vollkommene und beständige Gleichheitder Waare, erhält eine Manufaktur am ehe-sten sichern Beyfall.
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