Wachsbleicherey. §. iz. 251
ihr die Dleichkosten, um die Erlaubniß zu ha«den, die aus Norden erhaltenen schon ge«bleichten Lichter zu verhandeln. In Europahat auch die Veränderung der Religion denVerbrauch der Wachslichter, so wie unsereBienenzucht, welche ehemals die Klöster be-treiben halsen, sehr vermindert. Allein inder Wittenbergischen Schloß - und Stifts-kirche, wo jährlich yoo Messen gelesen wur-den, wurden jährlich 35750 Pfund Wachs«lichter verbrant. Der in neuern Zeiten ge-stiegene Luxus ersetzt diesen Abgang bey wer«tem nicht. Zur Zeit des Dominicaners Flam«ma, im Ansauge des dreyzehnten Jahrhun-derts, waren Wachslichter noch unbekant,und Talglichter wurden damals zum über«triebcncn Luxus gerechnet. Noch am Endedes igten Jahrhunderts war in Frankreichdas Wachs so kostbar, daß man es für einansehnliches Gclübd hielt, als Philipp derDreiste, Herzog von Burgund, der im Jah-re iz6i zur Regierung kam, dem heiligenAnton von Vienne für die Gesundheit seineskranken Sohns, so viel Wachs both, als die-ser schwer war. Zur Zeit des Königs Frie-drich Wilhelm von Preussen, war der Ver-brauch der Wachslichter bey Hofe so groß,daß man es nicht merkte, daß jährlich fürüooo Thaler davon heimlich entwendet ward.Im Januar 1779 sollen bey einem Feste inDresden im Palais 14000 Lichter gebrauthaben, und in der einen Nacht überhauptsechs Zentner Wachslichter verbraucht seyn.
§. 14.