Druckschrift 
Anleitung zur Technologie oder zur Kentniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen : vornehmlich derer, die mit der Landwirthschaft, Polizey und Cameralwissenschaft in nächster Verbindnung stehn ; nebst Beyträgen zur Kunstgeschichte
Entstehung
Seite
248
Einzelbild herunterladen
 

248 Zwölfter Abschnitt.

1. DieKirchengebräuche verursachen in den ka-tholischen Ländern allerley Arten Fackeln undKerzen von verschiedener Bildung, Zeichnungund Benennung, die wir bey uns zum Theilnicht mehr kennen. Die Veränderung der Re-ligion hat, sowie ehemals die Einführung desChristenthums, verursacht, daß Mahler,Bild-hauer, Schlösser und verschiedene andereKünst»ler, manche Fertigkeiten und Anwendungen ih-rer Kunst vcrlohrcn haben; wir haben aber zuviel gewonnen, als daß wir diesen Verlust be-dauren soltcn, den ohnehin oft der verfeinerteLuxus ersetzt.

2. Der Unrath, welchen das gekaufte Wachsbeym Schmelzen (§. 2 .) absetzt, ungleichen dieHülsen, welche nach dem Auspressen derWachsscheiben übrig bleiben, oder die so genan-ten rvachskculcn, Aoßkeulen, werden, inder Manufaktur des H. Barrelt, zu den gemei-nen Fackeln verbraucht. Viele Bleicher abersamlen diese Abfälle, und verkaufen sie fuder-weise Leuten, die davon einen mir nicht gänzlichbekantcn Gebrauch zu machen wissen. Sinddiese Keulen nicht vollkommen ausgepreiset, sodaß sie noch etwas Wachs enthalten, so wer-den sie von Leuten, die sich wachoschlägernennen, durch stärkere Pressen, gänzlich aus-gedrückt; oder sie werden auch zum Ucberzie-hen der Schiffseile angewendet. Allein ich ver-muthe, man wisse sie noch vortheilhaftcr zubrauche» ; denn von Zeitzu Ieit kbmt ein Kauf-mann aus Siebenlehn oder Siedeln im Erz-gebürge, Bartholomäuo Heins, nach Ham-burg, und nach mehren Orten in Niedersach-sen, wo Wachsbleichen sind, und höhlt diesenAbfallweg. Auch aus Obcrlausitz wird er mitFrachtwagcn in die Bergstädte gebracht, und