166 Sechster Abschnitt.
i. Eine Pfanne, zumal eine kupferne, welcheim hiesigen Brauhause 28 Zentner wiegt,und über tausend Thaler kostet, ist vorthcil-hafterer als ein Kessel. Neben der Pfannesteht der grosse Maischbottich, in dem durcheingeschlagene Nagel, die nöthige MengeWassers angedeutet ist. Das Umrühren ge-schieht von den Brauknechten mit grossenNnhrscheiten oder Krücken, und um bey demUcbertragen nichts zu verschütten, wird eineTraufrinne angehenket.
2- Das Maischen (ein veraltetes Wort statMischen) leidet fast unzählbare Verschie-denheiten. Einige nehmen zum Erweichendes Schrots kaltes, andere warmes, noch an-dere siedendes Wasser. Erstere verlängernsich die Arbeit, und letztere übereilen sie.Einige lassen das Eztract allein, andere dasExtract mit dem Bodensätze in die Pfanneschlagen. -Letztere beschleunigen die Arbeit,aber sie müssen das Anbrennen durch öfteresUmrühren verhüten, und erhalten leicht eintrübes Bier. Noch andere kochen die Mai-sche gar nicht. Langes Kochen schadet, in-dem sich, nach Verdunstung der Feuchtig-keit, ein Theil des aufgelöseten Wesens, inGestalt kleiner Flocken, niederschlägt; langgekochtes Wasser giebt allemal ein unschmaGHaftes Getränk.
Z. Das Schrot setzet sich, zumal wenn es zufein ist, im Maischbottich zu fest an denBoden, so daß es nicht genug vom Wasserausgesogen werden kan. Deswegen mengeneinige unter die Gerste Haber, andere unterdas Schrot Hez-el, und noch andere Weitzen-
spreu