Druckschrift 
Anleitung zur Technologie oder zur Kentniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen : vornehmlich derer, die mit der Landwirthschaft, Polizey und Cameralwissenschaft in nächster Verbindnung stehn ; nebst Beyträgen zur Kunstgeschichte
Entstehung
Seite
162
Einzelbild herunterladen
 

i6r Sechster Abschnitt.

daß man, zumal bey warmer Witterung, oftdas Wasser wechselt, und sorgfältig die Säurrung verhütet; oder man wäscht jede Gertreideart besonders, und erweicht sie hernachauf einem Boden durch öfteres Begiessenund Umstechen., Nach der ersten Weise ge-schieht die Reinigung vollkommener, und dieEinquellung gleichförmiger, aber. sie gehtleichterer in eine Säuruug über.

§. 6 .

Das eingeweichte Getreide wird auf läs-tigen, steinernen Böden oder wachspläyen,in Haufen oder Beete, Scheiben, zu einemgleichmässigen Grade des Keimens gebracht,und hernach, sowohl um die Saure abzurhalten, als auch um das Malz bequemeraufheben, weiter bearbeiten, und völliger mitWasser ausziehen zu können, ausgetrocknet.

I. Es ist durchaus nothwendig, daß das Kcirmen langsam geschieht, daher verbiethet dieGöttingische Brauordnung das Malzen vomAnfange des Juniuö bis zum Ende des Au-gusts.,

S- Die Keime, deren man bey der Gerste drey,beym Weihen und Haber nur einen findet,dürfen nicht ins Blatt schießen, nicht Blat-keime werden; und gut ist es, wenn mandas Malz gänzlich von den Keimen reinigt.Der Geschmack des ausgewachsenen Getrei-des muß süßlich bleiben.

§- 7 -