Druckschrift 
Anleitung zur Technologie oder zur Kentniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen : vornehmlich derer, die mit der Landwirthschaft, Polizey und Cameralwissenschaft in nächster Verbindnung stehn ; nebst Beyträgen zur Kunstgeschichte
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen
 

Vierter Abschnitt.

I2§

r. Unter Rüpe versieht man das Gefäß, Kä-se, und auch die Färbcbrühe selbst. Das,was sich aus letzterer niederschlägt, nennetman das Mark. Die Küpe mit Balk spei-sen, heißt Kalk hinzusetzen ; sie lüften, heißtsie öfnen oder aufdecken. Die Blume heißtder blaue oder grüne Schaum. Letztererrührt, vornehmlich bey der Jndigküpe, vondem flüchtigen Alkali her, welches sich ent»wickelt, und die blauen Pflanzen-Säfte grünmacht. Nachdem dieses verflogen ist, körntdie blaue Farbe wieder. Viele gute Lehrenüber die Bereitung und Unterhaltung derIndiz - und Waidküpe, auch über die Ver-hütung des Umschlagens oder des Durch-gehend der Küpe, durch den notdürftigenGebrauch des Kalks, des Kraps, der Klcyenu. s. w. findet man in ^nglzcks Lc exsmeirck^migne 6e l'lnäi^rr psr D/70».

va/. ksri8 1777. 4 — Dijouval chemischeUntersuchung des Jndigs. Weimar 1773.8-S. Physik, ökon. Bibliolh. IX S. 206.

r. Indiz solte billig nicht ehr hinzugesetzt wer-den, als bis die Waidküpe schon für sich einegute blaue Farbe zeigte; aber unsere heutigenFärber nehmen meistens nur so wenig Waid,daß er kaum etwas zur Farbe beytragen kan,sondern nur dazu dient, baß er durch seineGährung den Indiz auflösen hilft.

Z. Krapp wird eingemischt, um das Blau in einangenehmes Violet zu verwandeln. Wenig-stens ist die Vorstellung, als ob er den Indizfester mache, unrichtig.

4. Weil bey der in Teutschland üblichen Küpedie Erwärmung, durch Uebertragung cherBrühe in Kessel, beschwerlich ist, so hat man

in