Druckschrift 
Anleitung zur Technologie oder zur Kentniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen : vornehmlich derer, die mit der Landwirthschaft, Polizey und Cameralwissenschaft in nächster Verbindnung stehn ; nebst Beyträgen zur Kunstgeschichte
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

Wollenweberep. §. Z2.

87

y. Liniirte Tücher haben eine ungefärbte Kette,und einen Einschlag, der aus einem gefärb-ten und ungefärbten Faden zusammen ge-drehet ist.

iv. Zeuge, welche grblühmt werden, und al-lerley Muster enthalten sollen, werden mei-stens nach einer Patrone, mit vielen, dochnicht wohl mit mehr als dreyßig Schäftenund Schemeln, oder mit einem Zuge, odermit verschiedenen nach dem Muster gefärb-ten Einschlagfäden gcwirket. Die von derersten Art heissen faconnirte Zeuge, und ha-ben Sterngen, Rösgen, Linien u. s. w. wieman bey Strück und den bunten Kalman-ken findet. Die von der zweyten Art heissengezogene Zeuge, wohin Floret, Droguet,auch wollene, einfärbige und zweyfarbige,Damaste gehören. Die von der dritten Artheissen brochirte Zeuge, dergleichen Bata-via ist.

n. Samtartige Gewebe entsteh«, indem übereiner metallenen Ruthe, Augen geflochtenwerden, die hernach entweder aufgeschnit-ten, oder nicht aufgeschnitten werden. Da-hin gehören Plüsch (xelucbe), Moquette«. a.

12. Die höchste Stuffe der Weberkunst ist dieBereitung der Tapeten oder Teppichemit richtigen Zeichnungen von natürlicherGrösse und Farbe, wobey die Arbeit destokünstlicher ist, je einfacher der Stuhl ist.Dieser ist entweder hoch/chäftig, bsnte-lille, oder tiefschäftig, balle-lillo. Letzte-

rer hält die Kette wagcrecht; jener senk-recht. Diese Weberey ist nirgend in Euro-pa zu einer größer» Volkommenhcit ge-F 4 bracht