Wollenweberey. §.9.10. 59
q. Für ein Lopp Garn zu spinnen bezahlen un-sere Manufakturen neun Pfennige. EinWeib spinnet in einem Tage ij Lopp (näm-lich feines Garn; von gröber» kan es dreyLopp spinnen), und gewinnet also, bey etwashohem Preise des Brodes, ein Pfund Brod,oder die halbe Sätigung. — Also werdenwir mehr mit Mitleyden, als mit Neid, esmehr für die Würkung einer durch grosse Ar-muth erzwungenen Frugalitat, als der In-dustrie halten müssen, wenn einige unsererMachbaren meilenweit wöchentlich zu unsernManufakturen kommen, um Wolle zum Spin-nen zu holen.
§- io.
Das Garn wird entweder zur Kette, oderzum Einschlage besinnt. Aerce, Zettel,werft, Scherung, Aufzug, heißt beymWeben dasjenige Garn, welches auf demStuhle, so lang und so breit, als das Tuchwerden soll, aufgespannet wird, und dessenFäden sich Wechselsweise kreuzen müssen, umeinen andern Faden, nach der Breite desTuchs, zwischen sich aufzunehmen. Der Ein-schlag, Eintrag, Wedel, Faden, heißt dasGarn, was in die Winkel der gekreuzten Ket-tenfäden eingeschlagen wird. Die Fädender Kette, welche beym Weben zu gleicherZeit herauf und herunter gezogen werden,machen das Gelese oder den Sprung aus.Mdergelese, Odersprung; — Untergele-se, Untersprung.
§. i r.