Druckschrift 
2 (1794)
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

kleine Schriften. 79

Ueber eine Regierung, die das Volk denzehnten Theil seiner Zeit zu frohnen zwange, wür-de jedermann schrei-en: aber die Faulheit nimmtden meisten unter uns noch weit mehr weg. Rech-net cinmahl die Zeit, die ihr im gänzlichen Müßig-gang, das heißt mir Nichtsthun, oder in Zerstreu-ungen, die cbcn nicht weiter führen, zubringt, undihr werdet finden, daß ich Recht habe. Der Müs-siggang verkürzt uothwcndigcr Weift unftr Leben,weil er uns schwächlich macht. Müßiggang ist einRost, der weit mehr angreift, als selbst die Ar-beit. Der Schlüße!, den man oft braucht, ist im-mer blank, sagt der arme Richard. Liebst du aberdas Leben, so verderbe die Zeit nicht, sagt derarme Richard weiter; denn sie ist das Zeug, ausdem das Leben gemacht ist. Wie viel verlieren wirnicht allein dadurch, daß wir länger schlafen, alsnöthig wäre, ohne zu bedenken, daß der schlafendeFuchs kein Huhn fängt, und daß wir im Grabelange genug schlafen werden. Ist die Zeit daskostbarste unter allen Dingen, so ist Verschwendungdcr Zeit die größte unter allen Verschwendungen:denn, wie der arme Richard sagt, verlorne Zeitläßt sich nicht wieder finden, und was wir Zeit

genug