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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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PORTI A.

lazzo zu Belmontet, wo lauter Lieht und Musik, wounter Gemälden, marmornen Statuen und hohen Lor-beerbäumen die geschmückten Freier lustwandeln undüber Liebesräthsel sinnen, und inmitten aller Herrlich-keit Signora Portia, gleich einer Göttin, hervorglänzt,

Das sonnige Haar die Schlaf umwallend.

Durch solchen Kontrast werden die beiden Hauptper-sonen des Dramas so individualisirt, dass man daraufschwören möchte, es seien nicht Phantasiebilder einesDichters, sondern wirkliche, weibgeborene Menschen.Ja, sie erscheinen uns noch lebendiger als die gewöhnli-chen Naturgeschöpfe, da weder Zeit noch Tod ihnenetwas anhaben kann, und in ihren Adern das unsterb-lichste Blut, die ewige Poesie, pulsirt. Wenn du nachVenedig kommst und den Dogenpalast durch wandelst,so weisst du sehr gut, dass du weder im Saal der Sena-toren noch auf der Riesentreppe dem Marino Falieribegegnen wirst; an den alten Dandalo wirst du imArsenale zwar errinnert, aber auf keiner der golde-nen Galeren wirst du den blinden Helden suchen;siehst du an einer Ecke der Strasse Santa eine Schlangein Stein gehauen, und an der andern Ecke den ge-flügelten Löwen, welcher das Haupt der Schlange inder Tatze hält, so kömmt dir vielleicht der stolze Car-magnole in den Sinn, doch nur auf einen Augenblick :Aber weit mehr als an alle solche historische Per-sonen denkst du zu Venedig an Shakspears Shylok, derimmernoch lebt, während jene im Grabe längst vermodertsind, U nd wenn du über den Rialto steigst, so sucht