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OPHELIA.
schichte. Ihr kennt sie alle von frühester Jugend, undihr habt oft genug geweint über die alte Tragödie vonHamlet dem Dänen, welcher die arme Ophelia liebte,weit mehr liebte als tausend Brüder mit ihrer Gesammt-liebe sie zu lieben vermochten, und welcher verrücktwurde, weil ihm der Geist seines Vaters erschien, undweil die Welt aus ihren Angeln gerissen war und er sichzu schwach fühlte, um sie wieder einzufügen, und weiler im deutschen Wittenberg vor lauter Denken dasHandeln verlernt hatte, und weil ihm die Wahl stand,entweder wahnsinnig zu werden oder eine rasche That zubegehn, und weil er als Mensch überhaupt grosse Anla-gen zur Tollheit in sich trug.
Wir kennen diesen Hamlet wie wir unser eignes Ge-sicht kennen, das wir so oft im Spiegel erblicken, unddas uns dennoch weniger bekannt ist, als man glaubensollte; denn begegnete uns jemand auf der Strasse, derganz so aussähe wie wir selber, so würden wir das be-fremdlich wohlbekannte Antlitz nur instinktmässig undmit geheimen Schreck anglotzen , ohne jedoch zu mer-ken, dass es unsere eignen Gesichtszüge sind, die wireben erblickten.