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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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ANNA BOLEYN.

er den Enthusiasmus schildert, den ihr Anblick bei derKrönung hervorbrachte.

Wie sehr Shakspear seine Gebieterin, die hohe Elisa-beth, liebte, zeigt sich vielleicht am schönsten in der Um-ständlichkeit, womit er die Krönungsfeier ihrer Mutterdarstellt. Alle diese Details sankzioniren das Thronrechtder Tochter, und ein Dichter wusste die bestrittene Le-gitimität seiner Königin dem ganzen Publikum zu veran-schaulichen. Aber diese Königin verdiente solchenLiebeseifer! Sie glaubte ihrer Königswürde nichts zuvergeben, wenn sie dem Dichter gestattete, alle ihreVorfahren, und sogar ihren eigenen Vater, mit entsetz-licher Unpartheilichkeit auf der Bühne darzustellen! Undnicht bloss als Königin, sondern auch als Weib wolltesie nie die Rechte der Poesie beeinträchtigen; wiesie unserem Dichter in politischer Hinsicht die höchsteRedefreiheit gewährte, so erlaubte sie ihm auch diekecksten Worte in geschlechtlicher Beziehung, sienahm keinen Anstoss an den ausgelassensten Witzeneiner gesunden Sinnlichkeit, und sie, the maiden queen ,die königliche Jungfrau, verlangte sogar, dass Sir JohnFalstaff sich einmal als Liebhaber zeige. Ihrem lächeln-den Wink verdanken wir die lustigen Weiber vonWindsor.

Shakspear konnte seine englischen Geschichtsdramennicht besser schliessen, als indem er am Ende vonHeinrich VHI die neugeborne Elisabeth, gleichsam diebessere Zukunft in Windeln, über die Bühne tragenlässt.

Hat aber Shakspear wirklich den Charakter Hein-