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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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K0EN1G1N CATHARINA

(HEINRICH V1II.)

Ich hege ein unüberwindliches Vorurlheil gegen dieseFürstin, welcher ich dennoch die höchsten Tugenden zu-gestehen muss. Als Ehefrau war sie ein Muster häuslicherTreue. Als Königin betrug sie sich mit höchster Würdeund Majestät. Als Christin war sie die Frömmigkeitselbst. Aber den Doktor Samuel Johnson hat sie zumüberschwenglichsten Lobe begeistert, sie ist unter allenSchakspearschen Frauen sein auserlesener Liebling, erspricht von ihr mit Zärtlichkeit und Rührung... Das istnicht zu ertragen. Shakspear hat alle Macht seines Ge-nius aufgeboten, die gute Frau zu verherrlichen, dochdiese Bemühung wird vereitelt, wenn man sieht, dassDr. Johnson, der grosse Porterkrug, bei ihrem Anblick insüsses Entzücken geräth und von Lobeserhebungen über-schäumt. Wär sie meine Frau, ich könnte mich von ihrscheiden lassen ob solcher Lobeserhebungen. Vielleichtwar es nicht der Liebreitz von Anna Boleyn, was den