Druckschrift 
Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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KOENIGIN MARGARETHA.

(HEINRICH VI, ZWEITER UND DRITTER T1IE1L.)

In diesem Bildniss sehen wir dieselbe Margaretha alsKönigin, als Gemahlin des sechsten Heinrichs. Die Knospehat sich entfaltet, sie ist jetzt eine vollblühende Rose;aber ein widerlicher Wurm liegt darin verborgen. Sie istein hartes, frevelhaftes Weib geworden. Beispiellos grau-sam in der wirklichen wie in der gedichdeten Welt istdie Scene, wo sie dem weinenden York das grässliche,in dem Blute seines Sohnes getauchte Tuch überreicht,und ihn verhöhnt, dass er seine Thränen damit trock-nen möge. Entsetztlich sind ihre Worte :

Sieh, York! dies Tuch befleckt ich mit dem Blut,Das mit geschärftem Stahl der tapfre CliffordHervor liess strömen aus des Knaben Busen;

Und kann dein Aug um seinen Tod sich feuchten,So geb ich dirs, die Wangen abzutrocknen.

Ach, armer York ! hasst ich nicht tödlich dich,

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