SO
MARGARETHA.
0 bleib! Mir fehlt die Kraft sie zu entlassen ,
Be frei’n will sie die Hand, das Herz sagt Nein.
Wie auf krystail’nem Strom die Sonne spielt,
Und blinkt mit zweitem nachgeahmten Strahl,
So scheint die lichte Schönheit meinen Äugen ;
Ich würde gern, doch wag’ ich nicht zu reden;
Ich fodre Dint’ und Feder, ihr zu schreiben.
Pfui, De la Poole! entherze dich nicht selbst.
Hast keine Zung’ ? ist sie nicht dort?
Verzagst du vor dem Anblick eines Weibs?
Ach ja! der Schönheit hohe MajestätVerwirrt die Zung’, und macht die Sinne wüst.
MARGARETHA.
Sag’, Graf von Suffolk (wenn du so dich nennst),
Was gilt’s zur Lösung eh’ du mich entlassest?
Denn wie ich seh’, bin ich bei dir Gefangne.
suffolk (heiseit).
Wie weisstdu, ob sie deine Bitte w eigert,
Eh’ du um ihre Liebe dich versucht ?
MARGARETHA.
Du sprichst nicht : was für Lösung muss ich zahlen?suffolk (beiseit).
Ja, sie ist schön, drum muss man um sie werben 5Sie ist ein Weib, drum kann man sie gewännen.
Er findet endlich das beste Mittel die Gefangene zubehalten, indem er sie seinem Könige anvermählt, undzugleich ihr öffentlicher Unterthan und ihr heimlicherLiebhaber wird.