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1‘OUTIA.
Cäsar ist es, welcher die römische Aristokratie ihremUntergang zuführt und den Sieg der Demokratie vor-bereitet. Indessen, manche alte Patrizier hegen imMerzen noch den Geist desRepublikanismus; sie könnendie Oberherrschaft eines Einzigen noch nicht vertragen;sie können nicht leben, wo ein Einziger das Haupt überdas ihre erhebt, und sey es auch das herrliche Haupteines Julius Cäsar; und sie wetzen ihre Dolche undtödten ihn.
Demokratie und Königthum stehen sich nicht feind-lich gegenüber, wie man fälschlich in unsern Tagenbehauptet hat. Die beste Demokratie wird immer dieje-nige seyn, wo ein Einziger als Inkarnazion des Yolks-willens an der Spitze des Staates steht, wie Gott an derSpitze der Weltregierung; unter jenem, dem inkarnir-ten Volks willen, wie unter der Majestät Gottes, blühtdie sicherste Menschengleichheit, die ächteste Demokra-tie. Aristokratismus und Republikanismus stehen einan-der ebenfalls nicht feindlich gegenüber, und das sehen wiram klarsten im vorliegenden Drama, wo sich eben inden hochmüthigsten Aristokraten der Geist des Repu-blikanismus mit seinen schärfsten Charakterzügen aus-spricht. Rei Cassius noch weit mehr als bei Brutus,treten uns diese Charakterzüge entgegen. Wir habennämlich schon längst die Bemerkung gemacht, dass derGeist des Republikanismus in einer gewissen engbrüsti-gen Eifersucht besteht, die nichts übersieh dulden will;in einem gewissen Zwergneid , der allem Emporragen-den abhold ist, der nicht einmal die Tugend durch einenMenschen repräsentirt sehen möchte, fürchtend, dass