VIRGILIA.
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ritas. Wie bei den Römern, so auch bei den Engländern,ist die Tradizion des Regierens und des Administrirensdas Erbtheil der edlen Geschlechter; und dadurch wer-den die englischen Tories vielleicht eben so lange unent-behrlich seyn, ja sich eben so lange in Macht erhalten,wie die senatorischen Familien des alten Roms.
Nichts aber ist dem heutigen Zustand in England soähnlich, wie jene Stimmenbewerbung, die wir im Co-riolan geschildert sehen. Mit welchem verbissenenGrimm, mit welcher höhnischen Ironie bettelt der rö-mische Torie um die Wahlstimmen der guten Bürger,die er in der Seele so tief verachtet, deren Zustimmungihm aber so unentbehrlich ist, um Consul zu werden! Nurd :ss die meisten englischen Lords, die, statt in Schlach-ten, nur in Fuchsjagden ihre Wunden erworben haben,und sich von ihren Müttern in der Yerstellungskunstbesser unterrichten lassen, bei den heutigenParlaments-wahlen ihren Grimm und Hohn nicht so zur Schau tra-gen, wie der starre Coriolan.
Wie immer, hat Shakspear auch in dem vorliegendenDrama die höchste Unparteilichkeit ausgeübt. Der Ari-stokrat hat hier Recht, wenn er seine plebejischenStimmherrn verachtet; denn er fühlt, dass er selbertapferer im Kriege war, was bei den Römern als höchsteTugend galt. Die armen Stimmherrn, das Volk, ha-ben indessen ebenfalls Recht, sich ihm, trotz dieserTugend, zu widersetzen; denn er hat nicht undeutlichgeäussert, dass er, als Consul, die Brodvertheilungenabschaffen wolle. «Das Brod ist aber das erste Recht desVolks. »