Druckschrift 
Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
Seite
40
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einzige Mann in der Well war, und ein Schurzfell vonFeigenblättern trug. Nur mit der Schlange konversirtesie gern, aber bloss wegen der schönen französischenSprache, die sie sich dadurch aneignete, wie sie dennüberhaupt nach Bildung strebte. 0 ihr Evastöchter, einschönes Beispiel hat Euch Eure Stammmutter hinter-lassen !...

Frau Venus, die unsterbliche Göttin aller Wonne,verschaffte dem Prinzen Paris die Gunst der schönenHelena; er verletzte die heilige Sitte des Gastrechts, undentfloh mit seiner holden Beute nach Troja, der sichernBurg... was wir alle ebenfalls unter solchen Umständengethan hätten. Wir alle, und darunter verstehe ich ganzbesonders uns Deutsche, die wir gelehrter sind als an-dere Völker, und uns von Jugend auf mit den Gesängendes Homers beschäftigen. Die schöne Helena ist unserfrühester Liebling, und schon im Knabenalter, wennwir auf den Schulbänken sitzen, und der Magister unsdie schönen griechischen Verse explicirt, wo die troja-nischen Greise beim Anblick der Helena in Entzückunggerathen... dann pochen schon die süssesten Gefühle inunserer jungen unerfahrnen Brust... Mit erröthendenWangen und unsicherer Zunge antworten wir auf diegrammatischen Fragen des Magisters... Späterhin, wennwir älter und ganz gelehrt, und sogar Hexenmeistergeworden sind, und den Teufel selbst beschwören kön-nen, dann begehren wir von dem dienenden Geiste,dass er uns die schöne Helena von Sparta verschaffe.Ich habe es schon einmal gesagt, der Johannes Faustusist der wahre Bepräsentant der Deutschen, des Volkes,