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Shakspeares Maedchen und Frauen
Entstehung
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CltESSlDA.

werden, das kann keine Komödie seyn, sagten dieKritiker, und noch weniger durften sie annehmen,dass ein armer Schelm, welcher, wie der TurnlehrerMassmann, blutwenig Latein und gar kein Grie-chisch verstand, so verwegen seyn sollte, die be-rühmten klassischen Helden zu einem Lustspiele zugebrauchen!

Nein , Troilus und Cressida ist weder Lustspiel nochTrauerspiel im gewöhnlichen Sinne ; dieses Stück ge-hört nicht zu einer bestimmten Dichtungsart, und nochweniger kann man es mit den vorhandenen Maasstabenmessen : es ist Shakspears eigentümlichste Schö-pfung. Wir können ihre hohe Vortrefflichkeit nur imAllgemeinen anerkennen; zu einer besonderen Beur-teilung bedürften wir jener neuen Aesthetik, die nochnicht geschrieben ist.

Wenn ich nun dieses Drama unter der Rubrik «Tra-gödien » einregistrire, so will ich dadurch von vornherein zeigen, wie streng ich es mit solchen Ueber-schriften nehme. Mein alter Lehrer der Poetik, imGymnasium zu Düsseldorf, bemerkte einst sehr scharf-sinnig : «Diejenigen Stücke, worin nicht der heitereGeist Thalias, sondern die Schwermut Melpomenesathmet, gehören ins Gebiet der Tragödie.» Vielleichttrug ich jene umfassende Definizion im Sinne, als ichauf den Gedanken geriet, Troilus und Cressida unterdie Tragödien zu stecken. Und in der That, es herrschtdarin eine jauchzende Bitterkeit, eine weltverhöhnendeIronie, wie sie uns nie in den Spielen der komischenMuse begegnete. Es ist weit eher die tragische Göttin,