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gende, die Natur, in Shakspear’s Dramen zu sehen. Garriksah klarer den Shakspear’schen Gedanken als Di*. John-son, der John Bull der Gelehrsamkeit, auf dessen Nasedie Königin Mab gewiss die drolligsten Sprünge machte,während er über den Sommernachtstraum schrieb; erwusste gewiss nicht, warum er bei Shakspear mehrNasenkitzel und Lust zum Niesen empfand als bei denübrigen Dichtern, die er kritisirte.
Während Dr. Johnsohn die Shakspear’schen Charak-tere als todte Leichen sezirte, und dabei seine dickstenDummheiten in ciceronianischem Englisch auskramte,und sich mit plumper Selbstgefälligkeit auf den Anti-thesen seines lateinischen Periodenbaues schaukelte :stand Garrik auf der Bühne und erschütterte das ganzeVolk von England, indem er mit schauerlicher Be-schwörung jene Todten ins Leben rief, dass sie voraller Augen ihre grauenhaften, blutigen oder lächerli-chen Geschäfte verrichteten. Dieser Garrik aber liebteden grossen Dichter, und, zum Lohne für solche Liebe,liegt er begraben in Westminster, neben dem Piede-stal der Shakspear’schen Statue, wie ein treuer Hund zuden Füssen seines Herrn.
Eine Uebersiedelung des Garrik’schen Spiels nachDeutschland verdanken wir dem berühmten Schröder,welcher auch einige der besten Dramen Shakspear’s fürdie deutsche Bühne zuerst bearbeitete. Wie Garrik, sohat auch Schröder weder die Poesie noch die Kunst be-griffen, die sich in jenen Dramen offenbart, sondern erthat nur einen verständigen Blick in die Natur, die sichdarin zunächst ausspricht; und weniger suchte er die