Druckschrift 
2 (1805) Gegenwärtig ueber das Gemeinschaedliche der Beybehaltung der Staatsfoerste oder sogenannten Kammeralforstregie, mit dem Detail der baierischen Kammeralforststatistik, zur Beleuchtung der Kammeralforststatistik im Allgemeinen
Entstehung
Seite
683
Einzelbild herunterladen
 

683

was soll denn der Förster eigentlich seyn? Nichtsweiter in meinen Augen, als der Oekonom eines Wal»des, dessen Umfang nicht größer seyn soll, als dieMöglichkeit von einem fleißigen Manne selbst besorgtzu werden; denn er soll seinen Wald, wie ungefährder Bauer seinen Acker, bestellen können. Die Forst»wirthschaft ist ja auch nur ein Theil der sogenanntenLandwirthschafr, und diese ist ja schon seit Jahrtau»senden größtentheils nur von rohen Landleuten undBauern betrieben worden. Es war fast immer dieletzte Sorge einer Regierung, wie diese durch einen zweck-mäßigen Unterricht die nöthigen Kenntnisse hierzu erhal-ten könnten, und doch ist die Erde aus einer unfrncht»baren Wüste in fruchtbare Gärten verwandelt worden.Ja, was noch mehr Erstaunen erregen muß; die Re-gierungen haben sich mit dieser gänzlichen Sorglosi'g»keit um die Landwirthschaft nicht begnügt; sie habenin Zeiten der Ruhe durch schlechtkalkulirte Polizeyver-ordnungen dem Landbaue Hindernisse über Hindernisseentgegengesetzt, und im Kriege oft durch einen Feldzugdie Früchte des Fleißes von Jahrhunderten zerstört; undLoch haben die ungebildeten Landbewohner allein nurdurch ihren unermüdeten Fleiß in kurzer Zeit die Gräueldes Krieges wieder vertilgt, und durch ihren friedli-chen Langmuth jedes Hinderniß glücklich besieget. Inneuern Zeiten ist zwar hier und da auf Universitätenund Gymnasien auch für die Landwirthschaft ein Ka-theder errichtet worden; vermuthlich um diejenigenLandwirthschaft zu lehren, welche aller Wahrschein-lichkeit nach, davon Gebrauch zu machen, in ihrem

Le-