Die ständischen Unterschiede mit ihren befreienden undbindenden Kräften geben dem deutschen Mittelalter seinenfeudalen Charakter. Jeder hat das Necht und die Pflicht,sich nur innerhalb der schranken seines Standes zu betätigen.Diese verengen sich aber immer mehr, je weiter wir nachoben gehen und lassen schliesslich den höchsten Schichten nurzwei Gebiete, auf denen sie ihre individuellen Kräfte ent-falten können — Staat und Kirche. Diese beiden unerschöpf-lichen Domänen, die Unzähligen Gelegenheit zu ehrenvollerund segensreicher Betätigung geben, stehen nun ihrerseitswiederum im ZZanne der ständischen Gliederung. Nur denvornehmen ist es möglich, die höchste Staffel staatlicher undkirchlicher kvürden und Amter zu erklimmen, zu denen „Türund Tor" dem gewöhnlichen Utanne, mag er auch noch sogrosse Fähigkeiten besitzen, verschlossen sind. Spuren dieserecht mittelalterlichen Trscheinung zeigt noch, wenn auch ver-blasst und ans die modernen Verhältnisse mehr oder minderzugeschnitten, die Gegenwart in vielen ihrer Trscheinnngs-formen.
Daher dürfte wohl das Uiass der Dienste, geleistet fürden Staat und die Kirche, geeignet sein, die Vergangenheiteines edlen Geschlechtes in das rechte Licht zu setzen. Dasvon Lnekevortsche Geschlecht ist nun in der glücklichen Lage,auf 2 vorfahren mit Stolz seine Nlieke zu richten, welchedie höchsten kirchlichen und staatlichen Ivürden sich errungen,die durch ihre persönlichen Fähigkeiten sich und ihrem ganzenGeschlecht eine Stellung in der Geschichte verschafft haben,- auf den Kardinal Ivilhelm und den Feldmarschall Adrian,sshnen beiden gebührt außerhalb des Nahmens der eigent-lichen Familiengeschichte wegen ihrer allgemein - historischenNedeutung eine besondere Betrachtung, während ihre Stellunginnerhalb des Geschlechtes derer von Tnekevort erst im folgen-den Abschnitt näher erörtert wird.