222 §>94- Leitung am menschlichel, Körper.
Führe der Blitz durch die Adern, wie war es möglich,daß diese nicht dadurch zersprenget, und alle Flüssigkeit um,her vcrsprützct würde? Flüssigkeiten sind doch nur mittel-
massige
letzt, und ward völlig wieber hergestellt.,, — Sollte hierder Blitz, ohne äussere sowohl als innere Theile der Mutstcr zu verletzen, so zu dem Kinde haben hinein dringenkönnen, daß er Knochen zerschmetterte? Dep genauerNachforschung, denke ich, würde man gefunden haben,daß das Kind, von der Erschütterung oder vom Schreckender Mutter, gestorben war: daß daher nach einigen (essteht nicht — wie viel? ) Tage» die Haut (soll wohl heißenOberhaut) schon, wie gewöhnlich, abgesondert, und dieKnochen der Hirnschädel los geworden. Der, oder diesesnige, welche nun dieses durch die »och ganze Haut fühlte/und nicht wüste, daß der Schädel am Kinde, und auchdas Stirudlatt, noch nicht in eins zusammengewachsensind, meinte also, mit Zuziehung des Vorurtheils, dieKnochen wären vom Blitze zerbrochen, lind in weitererErzählung hieß es dann, sie wären in kleine Brocken zer-schmettert — "Eben daselbst, schreibt man, schlug derBlitz vor 6 Jahren einen Kaufmann tod. Es fand sichin dessen Hut ein rundes Loch, einen Rubel groß, ausge-zackt, und ein anderes oben in der Stirn, wo das Gehirnausgetreten war. Auf der Brust hatte er vier rothe Strei-fen, und die Stiefel waren in kleine Fetzen zerrissen, welcheumher zerstreuet lagen. „ — Die Spur am Leibe undan den Stieseln zeigt doch ein gewöhnliches Herfahren desStrahls an der Oberfläche. Die Umstände des Loches inder Stirne hätten also wohl genauer beschrieben und auf-gezeichnet werden müssen, wenn man nach 6 Jahren sichnoch darauf verlassen wollte — Genug: ich hoffe, künf-tige Beobachter auf die Untersuchung solcher Fälle aufmerk-samer gemacht zu haben.