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Buch der Lieder
Entstehung
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L T I IU K u

Götterdämmerung

Der Mai ist da mit seinen goldnen LichternUnd seidnen Lüften und gewürzten Düften,Und freundlich lockt er mit den weißen Blüten,Und grüßt aus tausend blauen Veilchenaugen,Und breitet aus den blumreich grünen Teppich,Durchwebt mit Sonnenschein und Morgentau,Und ruft herbei die lieben Menschenkinder.Das blöde Volk gehorcht dem ersten Ruf,-Die Männer ziehn die Rankinghosen anUnd Sonntagsröck mit goldnen Spiegelknöpfen,-Die Frauen kleiden sich in Unschuldweiß,-Jünglinge kräuseln sich den Frühlingsschnurrbart:Jungfrauen lassen ihre Busen wallen,-Die Stadtpoeten stecken in die TaschePapier und Bleistift und Lorgnett, und jubelndZieht nach dem Tor die krausbewegte Schar,Und lagert draußen sich auf grünem Rasen.Bewundert, wie die Bäume fleißig wachsen,Spielt mit den bunten, zarten Blümelein,

Horcht auf den Sang der luftgen Vögelein,Und jauchzt hinauf zum blauen Himmelszelt.

Zu mir kam auch der Mai. Er klopfte dreimalAn meine Tür und rief:Ich bin der Mai,Du bleicher Träumer, komm, ich will dich küssen!"

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