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Buch der Lieder
Entstehung
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O kl ^ ^ ^ L

22.

Traum und Leben

Es glühte der Tag, es glühte mein Herz,

Still trug ich mit mir herum den Schmerz.Und als die Nacht kam, schlich ich fortZur blühenden Rose am stillen Ort.

Ich nahte mich leise und stumm wie das Grab.Nur Tranen rollten die Wangen hinab,-Ich schaut in den Kelch der Rose hinein,Da glomms hervor, wie ein glühender Schein.

Und freudig entschlief ich beim Rosenbaum,-Da trieb sein Spiel ein neckender Traum:

Ich sah ein rosiges Mädchenbild,

Den Busen ein rosiges Mieder umhüllt.

Sie gab mir was Hübsches, recht goldig und weich,-Ich trugs in ein goldenes Häuschen sogleich.Im Häuschen da geht es gar wunderlich bunt,Da dreht sich ein Völkchen in zierlicher Rund.

Da tanzen zwölf Tänzer ohn Ruh und Rast,Die haben sich fest bei den Händen gefaßt,-Und wenn ein Tanz zu enden begann,

So fängt ein andrer von vorne an.

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