0 1U ^ ^ 2 U
18.
An eine Sängerin
Als sie eine alte Romanze sang
Ich denke noch der Zaubervollen,
Wie sie zuerst mein Auge sah!
Wie ihre Töne lieblich klangenUnd heimlich süsz ins Herze drangen,Entrollten Tränen meinen Wangen -Ich wußte nicht, wie mir geschah.
Ein Traum war über mich gekommen,-Mir war, als sei ich noch ein Kind,Und säße still beim LämpchenscheineIn Mutters frommem Kämmerleine,Und läse Märchen, wunderfeine,
Derweilen draußen Nacht und Wind.
Die Märchen fangen an zu leben,Die Ritter steigen aus der Gruft,-Bei Ronzisval, da gibts ein Streiten,Da kommt Herr Roland herzureiten,
Viel kühne Degen ihn begleiten,
Auch leider Ganelon, der Schuft.
Durch den wird Roland schlimm gebettet,Er schwimmt in Blut, und atmet kaum,-
117