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Buch der Lieder
Entstehung
Seite
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I u I) L k

10.

In Vaters Garten heimlich stehtEin Blümchen, traurig und bleich,-Der Winter zieht fort, der Frühling weht,Bleich Blümchen bleibt immer so bleich.Die bleiche Blume schautWie eine franke Braut.

Zu mir bleich Blümchen leise spricht:

Lieb Brüderchen, pflücke mich!"

Zu Blümchen sprech ich: Das tu ich nicht,Ich pflücke nimmermehr dich.

Ich such mit Müh und VotDie Blume purpurrot.

Bleich Blümchen spricht:Such hin, such herBis an deinen kühlen Tod,

Du suchst umsonst, findst nimmermehrDie Blume purpurrot.

Mich aber pflücken tu,

Ich bin so krank wie du."

So lispelt bleich Blümchen und bittet sehr -Da zag ich und pflück ich es schnell.Und plötzlich blutet mein Herze nicht mehr,

Mein inneres Auge wird hell.

In meine wunde BrustKommt stille Engellust.

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