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Buch der Lieder
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Deutschland

Ein Traum(1316)

Sohn der Torheit! träume immer,Wenn dirs Herz im Busen schwillt,-Doch im Leben suche nimmerDeines Traumes Ebenbild!

Einst stand ich in schönen TagenAuf dem höchsten Berg am Rhein,-Deutschlands Gauen vor mir lagen,Blühend hell im Sonnenschein.

Unten murmelten die WogenMilde Zaubermelodein,-Süße Ahnungsschauer zogenSchmeichelnd in mein Herz hinein.

Lausch ich jetzt beim Sang der Wogen,Klingt viel andere Melodei:

Schöner Traum ist längst verflogen,Schöner Wahn brach längst entzwei.

Schau ich jetzt von meinem BergeIn das deutsche Land hinab,

Seh ich nur ein Völklein ZwergeKriechend auf der Riesen Grab.

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