Druckschrift 
Buch der Lieder
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

Es prunkte und prahlte der Graf beim WeinMit dem Töchterchen sein und dem Edelgestein.Was schert mich, du Gräflein, dein Edelgestein?Mir mundet weit besser dein Töchterlein.

Sie lagen wohl beid unter Niegel und Schloß,Und der Graf besoldte viel Dienertroß.Was scheren mich Diener und Niegel und Schloß?Ich stieg getrost auf die Leitersproß.

An Liebchens Fensterlein klettr ich getrost.Da hör ich es unten fluchen erbost:

,Fein sachte, mein Bübchen, muß auch dabei sein,Ich liebe ja auch das Edelgestein/

So spöttelt der Graf und erfaßt mich gar,Und jauchzend umringt mich die Dienerschar.,Zum Teufel, Gesindel! ich bin ja kein Dieb,-Ich wollte nur stehlen mein trautes Lieb/

Da half kein Gerede, da half kein Nat,Da machte man hurtig die Stricke parat,-Wie die Sonne kam, da wundert sie sich.Am hellen Galgen fand sie mich."

Da lachten die Geister im lustigen Chor,-Den Kopf in der Hand, trat ein Sechster hervor:

36