Die Nachtigall, sie sang so süß,
Ich könnt nicht widerstehen —
Und als ich küßte das holde Gesicht,Da wars um mich geschehen.
Lebendig ward das Marmorbild,Der Stein begann zu ächzen -Sie trank meiner Küsse lodernde GlutMit Dürsten und mit Lechzen.
Sie trank mir sast den Odem ausUnd endlich, wollustheischend,
Umschlang sie mich, meinen armen LeibMit den Löwentatzcn zerfleischend.
Entzückende Marter und wonniges Weh!Der Schmerz wie die Lust unermeßlich!Derweilen des Mundes Kuß mich beglückt,Verwunden die Tatzen mich gräßlich.
Die Nachtigall sang: „O schöne Sphinx!O Liebe! was soll es bedeuten,
Daß du vermischest mit TodesqualAll deine Seligkeiten?
O schöne Sphinx! O löse mirDas Rätsel, das wunderbare!
Ich Hab darüber nachgedachtSchon manche tausend Jahre."
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