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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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war. DaS letzte Kapitel enthält einen Aufruf an die Fran-zosen.

Rainold leitet den Ursprung der bürgerlichen Gesellschaftnicht aus dem Nothstande der Vereinzelten her, wie dieß —wir sahen es oben — Mariana thut, sondern aus einemNaturtriebe im Menschen, der die Vereinzelung hasset; derMensch ist nach ihm ein animal Zyciale; eine Ansicht, die weitedler, des Menschen würdiger ist, als die Mariana's, und auchmehr durch die Geschichte bestätigt wird.')

„Die gemeinschaftliche Vernunft, die den Menschen rieth,aus der Vereinzelung zu treten und Vereine zu bilden, fügte auchdas nothwendig hinzu, daß die einzelnen Gesellschaften sichObrigkeiten erwählten, durch deren Bemühen und Ansehen sieftiedsam leben und ihrer Güter in Ruhe genießen möchten.Und darin hatten sie die Einrichtung der Welt zum Mu-ster." -)

„Daß aber die verschiedenen Völker verschiedene Regie-rungsformen hatten, daß einige Könige, andere Diktatoren,andere Consuln an ihre Spitze stellten; daß einige jährliche,andere lebenslängliche Obrigkeiten wählten; daß die, denenKönige beliebten, sie bald mehr, bald minder beschränkten,das hing ganz von dem Willen und dem Ansehen der Völ-ker ab."

Hier stimmt er also ganz mit Bellarmin überein; dahergeräth er auch von selbst auf den Schluß, daß die Staatsge-walt nicht unmittelbar göttlichen Rechtes sei, sondern nur mensch-lichen, wofür er 1 Petr. 2, 13 anführt, der jede irdische Herr-schaft eine menschliche Creatur nennt, weil sie nämlich durchdie Stimme des Volkes auf Gewisse übertragen werde. Aberda das menschliche Recht von Gott in den Menschen gelegt istund gleichsam einen kleinen Strahl des unendlichen göttlichenLichtes bildet, so ist es auch ein göttliches, und folglich dieStaatsgewalt auch göttlichen Rechtes; und deßwegen hat Pau-lus recht, wenn er sagt: „Es gibt keine Gewalt, denn von

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